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Die Höllenschlacht ist vorbei

Nachbericht zum 2. Hell over Hammaburg

Dass es in der Hamburger Markthalle nicht nur sprichwörtlich heiß her gehen würde, dürfte spätestens nach der 2013er Ausgabe des Hell over Hammaburg auch den Besuchern klar geworden sein, die wenig in der Szene verwurzelt sind. Am Samstag, den 1. März 2014 ging das Hell over Hammaburg nun in die zweite Runde, und das bereits ab 16 Uhr.

Acht Stunden prall gefüllt mit allem was das gehobene Metaller-Herz höher schlagen lässt. Angefangen bei gehörigen Portion Doom- und Sludge-Metal, abgerundet von einer gehörigen Portion Heavy-Metal schrieben sich die Veranstalter des zweiten Hell over Hammaburg mit ca. 800 verkauften Tickets ein dickes ausverkauft auf die Fahne. Verdient, wie wir finden. Zwar war es zeitweise schwierig, die Bands zu sehen zu bekommen, aber welches Indoor-Festival kämpft nicht mit unterschiedlichen Bühnengrößen, und den damit verbundenen Problemen, möglichst viele Besucher vor die kleineren der Bühnen zu bekommen?
Für gerade einmal 33€ Vorverkaufs- und 38€ Abendkassen-Preis kann man aber auch die ein oder andere Band mal aus dem Hintergrund genießen, zum Beispiel bei einem leckeren Bier zu Markthallen-üblichen Preisen um die 3€.

Nach einer kurzfristigen Änderung der Running Order, starten Bölzer aus der Schweiz mit einer Mischung aus Black- und Death-Metal im MarX das Event. Wirklich genießen konnten dies aber nur wenige Fans, da das für maximal 280 Leute konzipierte MarX aus allen Nähten platzte. Macht aber nix, Gebolze kann man auch vor der Tür bei einem guten Pils genießen.

Pünktlich zum Auftakt finden sich die Rocker von Corsair im großen Saal. Per  Definition Classic-Rock klingen die Amerikaner, passend zum Hell over Hammaburg, jedoch sehr progressiv und post-lastig. Lange instrumentale Passagen wechseln sich mit genialen Clean-Vocals und nicht zuletzt der nahezu perfekt abgemischte Sound tragen zu einem genialen Auftritt von Corsair bei.

Death By Burning, so nennt sich die erst am 7. Febuar erschienene Debütscheibe der Hamburger Sludge-Metaller von Mantar. Eher Genre-untypisch wirkt Sound des Duos sehr groovig, und lässt sich fast in in die Black-Metal Schublade stecken. Eine gelungene Mischung, und eine klare Empfehlung für den CD-Einkaufszettel.

„This is maybe the most awaited (instrumental) metal record of the year.“ verkündet ein großer Aufkleber auf der Vorderseite des aktuellen Longplayers Karpatia der Würzburger-Combo Omega Massiv. Knapp über zwei Jahre hat der Silberling schon auf dem Buckel. Aber Gutes vergeht ja bekanntlich nicht. Darum können die vier Sludge-Metaller auch 2014 noch mit ihrer Glanzleistung punkten. So muss instrumentaler Metal sein: Laut, geil und vor allem abwechslungsreich. Und so füllte sich auch zu Omega Massif der große Saal der Markthalle mit headbangenden Metalheads.

Bei Ruins of Beverast überwiegen eindeutig die Doom-Elemente vor denen aus dem Black-Metal. Und die muss man mögen. Wer auf Doom-Metal steht, findet so schnell keine zweite Band, die den eher trägen Doom-Metal so genial mit atmosphärischen Black-Metal-Elementen verknüpft, wie der Kopf hinter The Ruins of Beverast – Alexander von Meilenwald, der mit seinen drei Live-Musikern eine geniale Doom-Show ablieferte.

Mit Atlantean Kodex steht eine weitere grandiose Kapelle auf der Bühne. Die Oberpfälzer werden dem aktuellen Szene-Hype wie immer gerecht, und kombinieren die trägen Elemente des Doom-Metal mit fettem Gitarren-Sound. Abgerundet natürlich von den eher an Heavy-Metal erinnernden Vocals von Frontmann Markus Becker. Gerade die Longplayer Heresiarch und Enthroned in Clouds and Fire ihres aktuellen Silberlings The White Goddess wirken, unterstützt durch perfekt abgemischten Sound und die Akustik der großen Halle, großartig, und wie die Genre-Angabe „Epic Doom Metal“ bereits vermuten lässt, einfach episch.

Durch Atlantean Kodex ist Tempo nun bereits etwas gebremst, und die cleanen Vocals das Metaller-Publikum bereits etwas eingestimmt. Eingestimmt für den Headliner des Abends. Bereits 1979 als Blind Fury gegründet runden die Briten von Satan das Billing des zweiten Hell over Hammaburg mit finalen Portion klassischem Heavy-Metal ab. Zwischen Album Nummer zwei und drei der Briten liegen sage und schreibe 26 Jahre. Aber pünktlich zum großen Auftakt der „New Wave of British Heavy Metal“ sind die Jungs wieder da, und zeigen sowohl mit ihrer neuen Platte Life Sentence als auch mit ihrer genialen Bühnenpräsenz, dass vom alten Satan-Feuer noch kein Funke erloschen ist.

 

Das Fazit zum zweiten Hell over Hammaburg:
Straff und sauber organisiert, lecker Bier und ein Lineup der Extraklasse. All das macht das Hell over Hammaburg bereits zu einer Institution in der deutschen Metalszene. Und das, obwohl das Event in diesem Jahr erst zum zweiten Mal stattfand.
Die Gäste reisten in diesem Jahr nicht nur aus Hamburg und Umland an, sondern sogar aus dem Süden der Republik sowie aus dem Ruhrgebiet. Das zeugt von der Einmaligkeit dieses Events und lässt hoffen, dass die Veranstalter auch in den kommenden Jahren am Ball bleiben und das Hell over Hammaburg weiterhin ein Metal-Event der Extraklasse bleibt.
Die Parksituation in Markthallennähe war wie üblich schwierig. Da die Location sich aber in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Hauptbahnhof, sowie der U-Bahn-Haltestelle Steinstraße befindet, bot es sich an, entweder mit dem Zug, oder gar mit der U-Bahn anzureisen.

Eth

Artikelinformation

  • Artikel veröffentlicht:
  • Artikel verändert:
  • Autor: Jan (29) aus Hamburg
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  • Schlagwörter: Nachbericht
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