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Episches Treffen der Schwerbrüder

Nachbericht zum German Swordbrothers Festival

Früher gab es das Treffen der Ritter der Tafelrunde um King Arthur in Camelot, heute gibt es das Treffen der Schwertbrüder (diesmal auch mit einem King, doch dazu später mehr) im westfälischen Lünen – das German Swordbrothers Festival, welches nun schon seit vielen Jahren stattfindet und wie immer eine Menge Metal aus dem Underground zu bieten hat. Auch wir waren dabei und haben uns das Klirren der Schwerter (oder doch Gitarren?) angehört.

Bei wunderschönem Wetter bei uns ins Mittelhessen starteten wir und machten uns auf den Weg ins ca. 150 km entfernte Städtchen namens Lünen, genauer gesagt in das Lünener Kultur- und Aktionszentrum – kurz Lükaz.

 

Ein kleiner Zwischenstopp im Siegerland um einen Kollegen einzusammeln hielt uns nicht so groß auf – eher doch den durch Umleitung und Unfall (warum gibt es die Auffahrunfälle immer an den engsten Stellen?) herbeigeführten Stau, welcher dafür sorgte dass wir für die letzten 15 km genauso lang brauchten, wie für die vorherigen 135 km. 

Doch dank rechtzeitiger Abfahrt waren wir mehr als pünktlich vor Ort. Am öffentlichen Parkplatz, welcher komfortabel direkt neben dem Lükaz lag, noch schnell 3 € eingeschmissen um das Ordnungsamt zu beglücken und die Wartezeit bis zum Einlass mit einem Bierchen am Auto verbracht ging es dann auch gegen 16:15 hinein in die Location. Tickets an der Abendkasse waren auch ausreichend verfügbar und kosteten 18,- € 

Nun erst einmal inspizieren was es hier so gibt. Eine Terrasse, welche als Raucherbereich herhalten musste, ein Raum mit Metal-Markt und ein Foyer mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten. Hier verkauften die Bands ihren Merchandise und auf einer Leinwand konnte man den ganzen Abend He-Man von DVD schauen (welch großartiges Idee!). 

Vor der Bühne standen schon die ersten Fans und warteten auf den Opener des Tages, die sächsische Band Prowler. Diese haben auch nicht lange auf sich warten lassen und stürmten mit traditionellem Heavy-Metal die Bühne. Hier machte sich bereits der fantastische Sound des Lükaz bemerkbar, perfekt abgestimmt und genau die richtige Lautstärke, ganz Klasse! Die Setlist von Prowler konnte die Zuschauer durchaus wachrütteln und ein Cover am Ende (nein, nicht der zu erwartende Iron Maiden-Song, sondern Princess of Night von Saxon) hinterließen einen sehr positiven Eindruck des Openers.

Die nächste Band machte sich schon bereit – We Are Legend aus Balingen. Progressive Power Metal stand aber heute nicht so auf meiner Stirn und so ging es erst einmal ein Atlantean Kodex-Shirt sowie eine Bratwurst und paar Fritten kaufen – der Abend sollte ja schließlich noch lang werden. Der Imbisswagen vor der Tür war ausreichend für hungrige Mäuler und hatte faire Preise. Zum Runterspülen des Essens ging es dann an die Theke. 2 € für eine Flasche Bier, 1,50 € für Cola/Fanta etc. – Preise die Spaß machen.

Der Metal-Markt bot die üblichen Sachen an Shirts, Zipper, CDs und LPs. Heute waren aber für mich hauptsächlich Bands und kein Shopping angesagt und so flog ich nur mal kurz über das Angebot.

Die dritte Band waren nun Metal Witch, welche mir im Vorfeld gar nichts sagten. Hätte ich diese doch besser mal früher kennen gelernt. Sehr guter Old-School Heavy Metal mit einem sympathischen Sänger mit rauer Stimme.  Die Band war in Top-Stimmung, so rannte Sänger Kay einmal singend quer durch den ganzen Schuppen. Hier hat die Band sicherlich einige neue Fans gefunden, was man auch an den ausverkauften CDs gemerkt hat.

Zwischendurch waren aufgrund der sehr familiären Stimmung auch immer wieder Gespräche mit den einzelnen Bandmitgliedern möglich, so konnte ich meinen Plan in die Tat umsetzen und Markus von den Headlinern des Abends mitteilen, er solle doch pünktlich um 0:00 unsere zwei Geburtstagskinder von der Bühne grüßen.

Doch nun stand der Ritter des German Swordbrothers auf dem Programm – King Leoric!

Die gleichnamige Band spielt klassischen Heavy Metal aus den 80ern mit ordentlichem Wind vom Schlachtfeld.  Ein toll mitmachendes Publikum würdigte den sehr guten Auftritt der Truppe, welche 2014 auch schon ihr fünfzehnjähriges Bühnenjubiläum feiert.

Die Halle füllte sich jetzt richtig, dass bedeutete, dass sich nun der Co-Headliner bereit machte, und diese waren keine Geringeren als die deutsche Speed-Metal-Legende Warrant (nicht zu verwechseln mit den US-Amerikanern von „Cherry Pie“ Warrant). Sänger und Bassist Jörg Juraschek ist seit guten drei Jahren wieder auf den Bühnen unterwegs und spielt dabei einen gesunden Mix aus neuerem Material sowie Hits von der Klassiker-Platte „The Enforcer“ aus 1985.  Dabei ist er charismatischer als je zuvor. Das Publikum honorierte dies auch und so konnte man auch hier sagen – ein gelungener Auftritt.

Aber jetzt – der Headliner des Abends stand in den Startlöchern und es sollte episch werden. Atlantean Kodex sind aktuell die wohl am meisten gehypte Band im Underground und haben mit der 2013er-Platte „The White Goddess“ fast ausschließlich euphorische Kritiken erhalten. Beides zurecht wie ich finde, denn dass was die Oberpfälzer sowohl auf Platte als auch live hinlegen, ist ganz ganz großes Kino. Epischer Heavy Metal, unterlegt mit einigen Doom-Riffs und einem fantastischem und klarem Sänger Markus Becker. Die Setlist beinhaltete so gut wie alles, was das AK-Herz gerne hören wollte, denn sowohl die Hits der aktuellen Scheibe, als auch der Übersong „Pilgrim“ sowie andere epische Nummern von „The Golden Bough“ sowie den „Pnakotic Demos“ waren Teil des Programms. Dazu kam noch ein tolles Cover von Warlords „Lucifers Hammer“ (wie wohl der auch in der Halle anwesende Live-Sänger von Warlord die Version fand – leider habe ich ihn nicht mehr fragen können), welches zusammen mit dem restlichen Set für eine unglaubliche Stimmung und Chor in Halle sorgte. Der Geburtstagsgruß an meine beiden Mitstreiter erfolgte pünktlich und auch die leichten technischen Probleme an der Gitarre trübten den Auftritt keineswegs.

 Gerne hätte die Band noch mehr gespielt, doch sowohl Markus’ Stimme, als auch die Fans vor der Bühne schienen nach diesem Spektakel verständlicherweise erschöpft.

Nach und nach gingen die Besucher dann auch nach Hause, wobei es angenehm war, dass man nicht das Gefühl hatte von den Veranstaltern vertrieben zu werden. So konnte man noch den ein oder anderen Dialog führen und sich in Ruhe verabschieden.

Schlussendlich muss man hier den Veranstaltern für das ganze German Swordbrothers 2014 ein großes Lob aussprechen. Eine perfekte Organisation, eine super Location mit extra gutem Sound und ein starkes Line-Up sorgen für ein absolutes Muss für alle Freunde des Underground und des Heavy Metal in Nordrhein-Westfalen bzw. ganz Deutschland. Dies alles noch zu absolut fairen Preise, man fühlte sich in keiner Minute über den Tisch gezogen und so bleibt ein ausschließlich positiver Eindruck des Abends.

Nun war es schon 01:30 die Nacht und die Heimfahrt stand an. Hier gab es noch das größte Abenteuer zu Erleben, denn ihr wisst gar nicht, wie abgelegen man in Deutschland wohnen kann! Unser Siegerländer Freund Max „Savage“ B. (Name der Redaktion bekannt ;-)) trieb uns noch ca. 10km in einen einsamen, verlassenen Wald hinein bis zu einer Hütte, an der man sonst wohl eher Horrofilme dreht. Das nennt ein Wilder also sein zu Hause!

German Swordbrothers Festival 2014

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